Ponte de Lima – Rubiães – Paços
Der Tag begann früh – gegen 06:30 Uhr verließ ich die Herberge in Ponte de Lima und machte mich auf den Weg Richtung Rubiães. Geplant war eine entspannte Etappe von rund 18 Kilometern. Schon bald führte mich der Camino hinaus aus der Stadt und hinein in die morgendliche Stille des Weges.
Früh am Tag erreichte ich das Café Veiga, wo ich mir ein kleines Frühstück gönnte. Dort begegnete ich Mitpilgern, die ich bereits auf früheren Etappen kennenlernen durfte. Spontan entschieden wir, ein Stück des Weges gemeinsam zu gehen – und so wurde aus einer solitären Wanderung eine kleine Gemeinschaft auf Zeit.
Die Landschaft zeigte sich von ihrer schönsten Seite: sanfte Hügel, Felder und Wälder wechselten sich ab. Doch die Etappe hatte es auch in sich – besonders die Anstiege forderten Kraft und Geduld. Jede Anstrengung wurde jedoch belohnt: mit weiten Ausblicken, die den Blick schweifen ließen, und mit Gesprächen, die Herz und Geist erfüllten.

Schlussendlich entschied ich mich, bis nach Pacos zu wandern.
Es entstanden Begegnungen voller Leichtigkeit, Austausch und ehrlicher Worte. Genau darin liegt vielleicht ein Geheimnis des Caminos: Er schenkt uns nicht nur Wege durch Landschaften, sondern auch Wege zueinander – und letztlich zu uns selbst.
Erkenntnis des Tages:
Ich darf lernen, dass ich gut bin, so wie ich bin.
Vielleicht ist das der tiefere Sinn des Gehens: Schritt für Schritt abzulegen, was uns beschwert, und das zu entdecken, was längst da ist. Der Camino erinnert daran, dass nicht die Perfektion, sondern die Authentizität unser wahres Ziel ist.